Cuba goes Libré

Letztes Jahr war ich zum ersten Mal auf Kuba. Die Insel in der Karibik stand schon länger auf meiner Liste von Reisezielen, natürlich auch inspiriert vom Charme vergangener Zeiten(halloOldtimer, hallo pastellfarbene Häuser!) und dem Geist der Revolution. Dazu geführt, dass ich letztes Jahr nun endlich nach Kuba geflogen bin, und das gleich zweimal, hat der Umzug enger Verwandtschaft nach Havanna.

Es war also auch ein Familienbesuch und nicht „nur“ Urlaub. Was sicherlich dazu beigetragen hat, dass ich (so vermute ich zumindest) einen etwas anderen Einblick in das Land bekommen habe als der„typische“ Tourist, der im Hotel wohnt. Wir waren auch ein wenig auf der Insel unterwegsaber das würde den Rahmen hier sprengen. Aber wer weiß, vielleicht gibt es ja auch irgendwann einen zweiten Teil?! 🙂

Zunächst ein paar Fakten: Die im Norden der Insel gelegene Hauptstadt ist die größte Stadt der Karibik, sowohl was die Fläche angeht als auch die Einwohnerzahl. Architektonisch hat sie einiges zu bieten, auch wenn leider viele Häuser dem Verfall erliegen. Das kann manchmal wirklich weh tun wenn man sieht, was für Schätze da am bröckeln sind. Allerdings wohnen in den meisten Häusern auch ganz normale Menschen, nicht etwa als Hausbesetzer oder Ähnliches. Diese Menschen hätten ein wenig Renovierung am meisten verdient, aber wahrscheinlich ist dafür kein Geld vorhanden… Doch für uns Touristen hat dieser marode Charme natürlich seinen Reiz und er gibt ein tolles Fotomotiv ab. Es wird jedochein Teil Havannas renoviert (und es gibt auch neue Gebäude, wie in jeder Stadt) und zwar die Altstadt. „LaHabana Vieja“ gehört bereits seit 1982 zum UNESCO-Welterbe und wird seit dem häppchenweise wieder hergerichtet. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Die Altstadt hat viele tolle Gebäude, Plätze und Parks zu bieten und lädt zum flanieren ein. Einige der Häuser haben in ihrer Geschichte wichtige Persönlichkeiten beherbergt und sind mittlerweile ebenfalls renoviert und laden zum Eintreten ein. Oft finden dort kulturelle Veranstaltungen statt oder es gibt kleine Ausstellungen zu betrachten. Auch sonst gibt es viel zu entdecken. Hier noch eine Galerie, dort eine Skulptur – haltet bei einem Besuch auf jeden Fall die Augen offen und falls ihr nicht sicher seid, ob ihr ein Haus betreten dürft, fragt einfach das Wachpersonal. Sie werden eure Frage sicher gern beantworten!

Ein weiteres Highlight war für mich auch der große Friedhof „CementerioCristóbal Colón“. Er ist wie eine Stadt in der Stadt, so groß ist er. Deshalb wird er auch als Nekropole bezeichnet, eine Stadt der Toten. Auch hier lässt sich viel an Architektur, Kunst und Geschichte bestaunen. Man kann die Gräber bekannter Persönlichkeiten besuchen, wie beispielsweise das des Musikers Ibrahim Ferrer, einstiges Mitglied des Buena Vista Social Clubs. Der Friedhof ist auch noch„aktiv“,und obwohl es nicht der Einzige in der Stadt ist, finden dort die meisten Bestattungen statt.

Ein ebenfalls „besonderes“ Erlebnis war das Einkaufen. Wir sind es aus unseren Supermärkten ja dann doch eher gewohnt, dass wir in einem Laden, vielleicht mal in zwei(wenndas Essen etwas außergewöhnlicher sein soll)alles bekommen,was wir gerne hätten. In Havanna waren wir teilweise in vier Läden, einfach weil es dort nicht alles überall und immer gibt. Supermarkt A hat Toilettenpapier, Markt B Speiseöl und das Gemüse gibt es nochmal woanders. Auch kann es passieren, dass ein Regal voll mit einer Sorte Chips ist und daneben die Regale einfach komplett leer sind. Das ist schon ein beeindruckender Anblick und ruft einem mal wieder ins Gedächtnis,was für ein Glück wir eigentlich haben, dass für uns alles gleich erreichbar ist. Denn das gleiche gilt z.B. auch für Haushaltsgeräte. Doch die Einwohner halten sich gegenseitig auf dem Laufenden wo es gerade Wäscheständer gibt oder Mittel für die Spülmaschine.

 

Abschließend noch ein paar Reisetipps:

1 – Nehmt Toilettenpapier mit! Es ist nicht in jeder Restaurant-/Museentoilette welches zu finden und gerade wenn man viel unterwegs ist, muss man nun mal irgendwann aufs Klo. Verlasst euch auch nicht darauf Servietten benutzen zu können, auch diese sind rar …

 

2 – Verwendet Sonnenschutz! Das ist eigentlich selbstverständlich und jeder kennt seine Haut und weiß was er braucht. Aber die karibische Sonne ist schon extrem. Gerade wer viel in der Stadt herumspaziert vergisst gerne mal,sich erneut einzucremen wenn alles weggeschwitzt ist. Auch ein Hut ist echt praktisch, denn wie schon erwähnt, die Sonne… Verbringt ihr viel Zeit auf oder im Wasser, z.B. beim Segeln oder Schnorcheln kann ich euch Sonnenshirts und/oder Leggins empfehlen. Es gibt echt schöne von den ganzen Surfermarken und es hilft nicht nur euch, weil ihr nicht ständig Nachcremen müsst, sondern auch die Korallenpopulation der Meere wird es euch danken – für die sind die meisten Sonnencremes nämlich sehr schädlich.

 

3 – Habt Kleingeld dabei! Solltet ihr mit dem Auto unterwegs sein kann es gut passieren,dass ihr auf Parkplätzen Parkwächter trefft,die auf euer Auto aufpassen wenn ihr nicht da seid. Wenn ihr wieder fahrt,gebt ihnen etwas.

 

4 – Mit den Einheimischen reden! Na gut, dafür ist es wahrscheinlich notwendig Spanisch zu sprechen, aber es lohnt sich. Nutzt die Gelegenheit um etwas über das Leben dort zu erfahren oder euch Tipps abzuholen. Manche können vielleicht noch Deutsch, da es früher Austauschprogramme zwischen der DDR und Kuba gab.

 

5 – Informiert euch über das Land und seine Kultur und Geschichte! Ich persönlich finde, dass das oft viel zum Verständnis beiträgt. Über Kuba gibt es etwa auf Netflix eine mehrteilige Doku-Serie.

 

6 – Es gibt wirklich viel zu entdecken und zu bestaunen, also schreibt Kuba auch auf eure Reiseziel-Liste und lasst euch darauf ein, das Land auch abseits vom reinen Strandtourismus zu entdecken. Die habe ich übrigens bisher noch nicht erwähnt, somit also jetzt: es gibt natürlich auch wunderschöne Strände und tolle Dinge unter Wasser zu entdecken 😉

Von:

Dalila Keller

 

Liebt: Tanzen und Pasta

Liebt nicht: Schnecken und schlechtes Wetter

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