Der Anfang vom Ende vom Anfang

Teil 2

….so, nun saß ich da mit dieser Aussage. Was macht man jetzt damit? Wie reagiert man denn Gott nochmal auf so eine scheiß Antwort?!
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Da kannst du nicht sagen: „Ja du hast recht, ist echt blöd gelaufen jetzt – schade.“
Ausflippen geht aber auch nicht, allein schon weil ich mich wegen „Schade.“ ja noch in der Schockstarre befand.
Also habe ich das einzig Richtige gemacht: Ich bin gegangen.
Ich hatte das Verlangen nach frischer Luft, Freiheit, Zigaretten und wollte nicht mehr von Dummschwätzern umgeben sein.
Nach einer Zigarette und einem weiteren Heulanfall (bitte versteht mich nicht falsch, ich war erleichtert aber „Schade. und die Tatsache, bald alleinerziehend und geschieden zu sein, hat mich mal kurz aus der emotionalen Bahn geworfen), rief ich meine Trauzeugin und beste Freundin an.
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Von ihr kam eine gleichermaßen ernüchternde Antwort, als ich meine Trennung verkündete: „Aber warum weinst du denn jetzt? Das wolltest du doch!“
Ja, ich wollte das doch! Dies ist ein Satz, den ich in den letzten Jahren sehr, sehr oft gehört habe. Vor allem von meinem Ex-Mann.
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ABER:
Darf ich nicht trotzdem um meine gescheiterte Ehe heulen?! Um MEIN Scheitern?! Um den Untergang?! Okay, ich gebe zu: ich badete in Selbstmitleid. Das darf man aber auch mal. Warum immer taff und selbstbewusst und stark und, und, und sein?
Nein, man darf auch mal wimmernd in Embryostellung auf einem Parkplatz im Auto sitzen! So! Und das hab ich gemacht und auch gebraucht!
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Das irrsinnig Witzige wenn du in den darauf folgenden Tagen und Wochen jemandem von der Trennung erzählst ist, dass der Ablauf immer, und zwar wirklich immer, derselbe ist.
Punkt 1: Du erzählst von der Trennung.
Punkt 2: Du wirst wahnsinnig bemitleidenswert angestarrt. Geradezu, als wäre man bei einer atomaren Explosion á la Tschernobyl dabei gewesen. Das sie nicht noch ihre Kinder ins Haus schicken ist alles.
Und dann fragt man dich: „Und… (kurze traurige Pause) wie geht es dir?“
Punkt 3: Ich erzähle, dass es mir jetzt besser ginge, ich mich schon früher getrennt hätte, wenn ich gewusst hätte welcher Ballast abfällt etc.
Punkt 4: Der Gesprächspartner ändert sofort seinen Gesichtsausdruck und grübelt nach dem Grund. Ist er fremdgegangen? Hast du jemanden kennengelernt? Schlägt er dich?
Was natürlich alles völlig absurd ist.
Punkt 5: Ich erwidere, dass ich einfach nicht mehr glücklich war und ihn nicht mehr geliebt habe. Und das eine oberflächliche Wohngemeinschaft und der Job als Haushälterin, nur um umsonst Kost und Logis zu erhalten, nicht so meins ist.
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Und dann wird es erst richtig witzig. Solche Gespräche habe ich dann nach einiger Zeit echt genossen und mich, natürlich nur innerlich, köstlich amüsiert. Denn auf einmal bekommst du alle Beziehungsprobleme deines Gegenübers aufs Butterbrot geschmiert. Alles! Im Anschluss sagen sie dir noch, dass dein Ex eh nie richtig zu dir gepasst hätte und ein Arsch ist. Und dann ist das Gespräch auch schon vorbei.
Ca. 30 Min. pro angesprochener Person ist „schon“ echt viel über den Tag verteilt. Aber gut, auch dies war für mich so eine Art Therapie, denn ich habe hier gelernt:
An jeder Tür hängt ein Kranz!
Beim nächsten Mal möchte ich euch erzählen, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Wann mir bewusst wurde, dass ich mich trennen möchte? Ich kann euch schon mal eines verraten…es gab weder das Haus, noch die Kinder…schön blöd oder? 😉
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Bis zum nächsten Mal.

Von

S.M.

Liebt: 2 Liter Kaffee täglich und gute Freunde

Liebt nicht: Zecken (mega widerlich), kolerische Menschen

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