Der Anfang vom Ende vom Anfang

Teil 1

Wann ist meine Ehe vorbei? 

Mit dieser Frage habe ich mich jahrelang beschäftigt. Tja, wann weiß man sowas? Warum gibt es hierzu keinen Fragebogen, eine App, oder Ähnliches?

Ich glaube, man muss diese seelischen HöllenqualenKonflikte und Heulattacken auf dem Klo mit sich selbst durchmachen um zu merken: “Jup, jetz is rumm, gib auf.“

 

 

Naja, am Ende sitzt man immer da und denkt sich „ DAS hätte ich auch früher machen können“. Aber man holt sich ja Tipps und Tricks von Freunden und Familienmitgliedern, macht Monate über Monate eine Ehetherapie um am Ende festzustellen, dass man das wirklich mit sich selbst ausmachen muss.

 

Eine Ehetherapie würde ich übrigens jedem empfehlen der Zweifel hat (man lernt sich bei einer Therapie ja auch ein bisschen selbst kennen). Ganz oft hab ich mir gedacht „bist du eigentlich bescheuert?! Warum, um Himmels Willen bist du noch mit DEM zusammen“ oder „ups, ja stimmt… da war ich echt kacke“, wobei er natürlich öfter kacke war als ich.

 

Und irgendwann, so nach einem dreiviertel Jahr, meinte die Therapeutin, es wäre gut mal eine Sitzung ohne den Partner zu machen. Bis dahin dachte ich es sei normal, aber falsch!

 

Ich kam also zu dieser Einzelsitzung und das erste was die Therapeutin zu mir sagte (Also wirklich das erste! Kein Hallo, guten Tag oder so.) war:

Warum bleiben Sie bei ihm?!

 

 

Das war irgendwie witzig und erschreckend zugleich. Als ich anschließend nach Hause fuhr, dachte ich mir„ja warum eigentlich“?! Ich wusste es einfach nicht. Doch… jetzt kam´s mir… es war Angst! Was passiert mit mir danach?

 

Einen der unzähligen Tipps bekam ich damals von meiner Schwester. Sie sagte, ich solle mir bewusst sein, dass so eine Trennung den emotionalen Tiefpunkt und den finanziellen Ruin bedeute.

Schockstarre.

 

 

Okay, dachte ich mir. Fuck! Ich habe jetzt 2 Kinder, 2 Autos, 2 Hasen, ein Haus auf dem Land, einen Riesen Garten mit Baumhaus und Stadl, etc… Wo lande ich denn dann?! Sozialbau? Zehnter Stock ohne Balkon? Haustierverbot? Schulwechsel, Kiga-Wechsel, usw… wie selbstsüchtig kann man sein, um sowas seinen Kindern anzutun?

 

Als ich daheim ankam, sah er mir schon an, das irgendwas im Busch ist. Er hat mich auch gefragt: „Was ist los? Bleibst du bei mir?“

 

Ich nahm meinen ganzen Mut, woher auch immer, zusammen. Der Klos im Hals war riesengroß und davonmich zu überwinden auszusprechen, was ausgesprochen werden muss, gar nicht zu sprechen!

„Ich verlasse dich! Ich ziehe aus, ich möchte nicht mehr mit dir zusammen sein.“

 

So! Jetzt ist es raus, jetzt wird er kämpfen, jetzt wird er zusammenbrechen und mich winselnd auf dem Boden anflehen zu bleiben, weil er mich liebt! Aber da lag ich meilenweit entfernt.

 

Er starrte mich an. Und starrte und starrte. Und dann kam die, für mich ausschlaggebende Antwort mich richtig entschieden zu haben (wohlgemerkt nach 13 Jahren Beziehung, 2 Kindern, Hausbau und vollem Programm):

 

„Schade“

 

WHAT?!?!!? Schade?? Echt jetzt? WTF?

 

 

Okay….bleib ruhig, bleib ruhig, atmen….ne! Bleib nicht ruhig!

 

„Ist das deine Antwort?“ Jup, das war seine Antwort.

 

Die Fortsetzung kommt im 2. Teil.

Von

S.M.

Liebt: 2 Liter Kaffee täglich und gute Freunde

Liebt nicht: Zecken (mega widerlich), kolerische Menschen

Pin It on Pinterest