10 Tage quer durch Italien

– Ciao Vino & Amore

Endlich war der langersehnte Urlaub für uns (meinen Freund und mich) da. Endlich abschalten können, raus aus dem Alltag und neue Dinge entdecken! Die letzten Vorbereitungen wurden gemacht und der Reiseführer nochmal gecheckt (Lonely Planet Italien – ich liebe Lonely Planet Reiseführer) und dann konnte es losgehen:

München – Trentino – Toskana – Ligurien – Venetien – Südtirol – München

Die 5 verschiedenen Unterkünfte hatte ich schon vorab über „Airbnb“ und „Booking“ gebucht – wir finden es entspannter, wenn man sich abends nicht erst noch eine Bleibe suchen muss sondern schon weiß wo man untergebracht sein wird.

Tag 1 (Trentino):

Los geht’s von München über den Brenner nach Italien und unser erster Stop befindet sich in Trentino – ein Ort, eingerahmt von einer wunderschönen Bergwelt und dem Gardasee. Ciao Italia – ciao Sommerluft – ciao Vallarom, so hieß unsere erste Unterkunft für die kommenden 2 Nächte (http://www.vallarom.com). Das familiengeführte, urige Agriturismo liegt etwas erhöht zwischen Weinbergen die dazu gehören und mit einem traumhaften Blick auf die Umgebung und die Berge. Begrüßt wurden wir von der Hausherrin und ihren 4 kleinen Hunden – vom ersten Moment an fühlten wir uns willkommen. Das Zimmer in der oberen Etage war wahnsinnig gemütlich eingerichtet (viel Holz, Dachschrägen und ein komplett neues Bad). Es hatte alles, was man für einen angenehmen Aufenthalt braucht. Die Gastgeberin bot uns sogar an, ein Abendessen für uns zu kochen. Das haben wir natürlich dankend angenommen, die Gelegenheit auf echte italienische Hausmannskost alá Mamma Mia kommt vielleicht nie wieder! Als Aperitif wollten wir den selbst angebauten Wein des Hauses probieren und bekamen dazu eine herrlich angerichtete Antipasti-Platte serviert – im Garten mit Blick auf die Weinberge. Das Dinner war wirklich ein Traum: Carpaccio und handgemachte Pasta. Besser konnte der erste Urlaubstag wirklich nicht starten.

Tag 2 (Trentino):

Am nächsten Tag erwartete uns das Frühstück im Speiseraum – es gab Gebäck, frisch zubereite Eierspeisen und leckeren Kaffee. Buongiorno! Gestärkt machten wir uns dann auf nach Riva del Garda, das etwa 30 Minuten entfernt lag. Das Auto sicher in der Tiefgarage geparkt, liefen wir dann zum Ufer des Lago und spürten eine richtige Meeresluft um die Nase wehen (der Gardasee ist natürlich kein Meer, aber der Blick auf den unendlich weiten See lässt einen das zumindest fast glauben). Der Himmel war blau, die Sonne schien und so setzten wir uns an die Uferpromenade mit einem – wie soll es in Italien anders sein – Aperol Spritz und aßen dazu Bruscetta. Herrlich!

Da es erst früher Nachmittag war, entschieden wir uns über enge kurvige Straßen noch hinauf in ein nahegelegenes Dorf zu fahren – Il Borgo Medievale di Canale, ein mittelalterliches Juwel zwischen dem Gardasee und den Alpen. Diese historische Gegend wurde in den frühen 80er Jahren wiederentdeckt und verwandelte sich nach und nach in ein wahres Open-Air-Museum. Ein architektonisches Kleinod mit Steinhäusern, mit Kieselsteinen gepflasterte, enge Gassen und Holzbalkonen. Ein praktisch unberührter Ort. Das Dorf ist wirklich einen Ausflug wert und bringt einen zurück in die Vergangenheit. Toll, dass es so etwas noch gibt.

Wieder zurück im Agriturismo wurden wir von unserer Gastgeberin Barbara wieder lecker bekocht, probierten uns durch ihre Weine (nein, wir trinken nicht nur 😉 aber in Italien muss man einfach die Weine der Umgebung probieren) und genossen unseren letzten Abend in Trentino.

Tag 3 (Toskana):

Unsere Reise ging weiter in die Toskana und auf dem Weg dorthin, machten wir einen Stop in Modena, genauer gesagt in Maranello, um das Ferrari-Museum zu besuchen. Wer sich ein bisschen (also ich) oder sehr (mein Freund) für den Motorsport und Autos interessiert, ist das auf jeden Fall einen Abstecher wert – gerade wenn man sowieso auf dem Weg Richtung Süden ist. Apropos Richtung Süden: das merkte man nun auch immer mehr am Zustand der Straßen – je südlicher man kommt, desto mehr Schlaglöcher erwarten einen.

Südlich von Florenz im Örtchen Impruneta kamen wir zu unserer nächsten Unterkunft – ein traumhaftes Anwesen in Mitten von Olivenbäumen http://www.bnblazolla.com/

Die Anfahrt war etwas tricky, da die Einfahrt nicht so offensichtlich ausgeschildert ist. Aber nach einem kurzen Telefonat fanden wir es und wurden herzlich begrüßt. Unser Zimmer lag im oberen Teil des Hauses und der Ausblick – was soll ich sagen: unbeschreiblich, Postkartenmotiv, Toskana wie sie im Buche steht. Der Duft, die Farben … alles scheint hier anders zu sein.

Tag 4 (Toskana):

Guten Morgen Toskana – diesen Ausblick möchte ich beim Frühstück bitte immer haben: Das überdimensionale Fenster im Frühstücksraum lässt einem die Toskana zu Füßen liegen während man von der Gastgeberin selbst gebackene Apfeltörtchen, selbst gemachte Aufstriche, frisches Obst und Eierspeisen genießt. Der Espresso des Hauses passt dazu natürlich perfekt.

Während man in Trentino noch eher Deutsch und Englisch kann und versteht, war das hier in der Toskana schon etwas anders. Leider kann ich nicht sonderlich viel Italienisch (nur ein paar Sätze und Wörter, die ich mir vor dem Urlaub noch angeeignet habe), aber mit Händen und Füßen ging trotzdem alles einwandfrei und wir konnten uns von der Hausherrin noch einige Tipps geben lassen für unseren Ausflug nach Florenz.

Florenz liegt auch nur wieder eine gute halbe Stunde entfernt und vom Parkhaus aus waren wir sehr schnell im Zentrum. Die Sonne schien und die Temperaturen stiegen, deshalb waren wir an diesem Tag um jedes schattige Plätzchen froh. Wir schlenderten am Fluss entlang bis zur Ponte Vecchio und in die Altstadt von Florenz. Die Touristenmassen strömten förmlich in die toskanische Hauptstadt, um die zahlreichen Kunst- und Architektur-Meisterwerke zu bestaunen – und das bedeutete für uns leider auch: ciao Uffizien und ciao Duomo. Die Schlangen vor den Gebäuden waren endlos lang, sodass wir uns deshalb dazu entschieden haben, lieber gemütlich Essen zu gehen und dem Gedrängel zu entgehen: gefüllte Ravioli mit Buffala und frischen Tomaten standen nun stattdessen auf dem Programm.

Wir flanierten noch ein bisschen durch die Gassen der Stadt und gingen dann hinauf auf die Piazzale Michelangelo – uffff… das waren sehr viele Stufen bei der Hitze – aber der Ausblick macht das wieder wett. Florenz von oben, tolles Fotomotiv und ausruhen vom Aufstieg.

Das nächste Mal werden wir Florenz nochmal im Frühjahr oder Herbst besuchen, damit man die schöne Stadt etwas mehr in Ruhe genießen und bestaunen kann.

Tag 5 (Toskana):

Nach einem weiteren wunderbaren Frühstück fuhren wir an unserem 2. Tag in der Toskana nach Siena (die Straße dorthin war wieder seeeehr abenteuerlich ;)) – seit 1995 ist die historische Altstadt Sienas UNESCO-Weltkulturerbe. Ein Besuch der hügeligen Stadt ist gut zu Fuß möglich, da die Altstadt in weiten Teilen für den Autoverkehr gesperrt ist.

Die Parkplatzsuche war an diesem Tag etwas mühsam. Warum gerade an diesem Tag so viel los war, merkten wir dann in der Altstadt. Gesänge hallten durch die Luft und Menschen geschmückt mit den Farben ihrer Stadtteile zogen durch die Straßen – es war der erste Tag des Stadtfestes: der Palio von Siena. Die Stadtteile treten bei diesem Event zu einem der bekanntesten und zugleich härtesten Pferderennen Europas an und das voller Leidenschaft. Wir hatten wohl überlesen, dass das Event ausgerechnet an diesem Tag startet, aber es war toll diese Zeremonien und traditionellen Märsche zu beobachten.

Wir gingen durch die Gassen, umringt von mittelalterlichen Ziegelgebäuden. Am fächerförmigen Hauptplatz, der Piazza del Campo, wurden schon Sitzränge für das Rennen aufgebaut. Trotzdem konnte man noch problemlos über den Platz laufen und die Atmosphäre mit dem gotischen Rathaus und dem Torre del Mangia genießen.

An diesem Tag gönnten wir uns nun endlich auch mal unser erstes Eis in Italien – wunderbar, lecker, fruchtig, frisch! Gerne mehr davon.

Tag 6 (Ligurien):

Leider hieß es nun schon wieder Abschied nehmen von der Toskana, denn es geht weiter Richtung Meer und Küste – juhu!

Einen Stop legten wir in Lucca ein, bummelten durch die Straßen und verbrachten dort 2 Stunden. Das bekannteste Wahrzeichen der Stadt ist die gut erhaltene Stadtmauer aus der Renaissance, die das historische Stadtzentrum umgibt. Breite, begrünte Wege auf den imposanten Festungswällen aus dem 16. und 17. Jahrhundert laden perfekt zum Spazierengehen und Radfahren ein. Leider hatten wir dafür keine Zeit, würden das aber gerne irgendwann nochmal nachholen.

Weiter ging es nun endlich ans Meer, endlich mal die Füße ins Wasser halten, die Meeresbrise genießen. Wir parkten in Forte dei Marmi und liefen ein gutes Stück zu Fuß am Strand entlang, die Füße immer im Wasser. Diese Abkühlung konnten wir an dem Tag wieder sehr gut gebrauchen. Einen Drink und ein paar Snacks gab es dann in einem Strand-Café.

Nach dem Strand ging es dann weiter zu unserer 3. Unterkunft – einer alten Villa auf den Hügeln über La Spezia https://www.airbnb.de/rooms/12639801 Und wieder muss ich sagen – was für ein Ausblick auf die Stadt, die Küste, das Meer und die Berge im Hintergrund.

Das alte Ehepaar, welches uns sehr nett empfangen hat, zeigte uns das Zimmer, den Garten und das Restaurant direkt gegenüber. Da wir nach der Anreise sowieso keine Lust mehr hatten zum Abendessen wieder mit dem Auto irgendwo hinzufahren, gingen wir hinüber in das Ristorante und bestellten uns hausgemachte Pasta und ein paar Antipasti. Sehr gute Küche und auch von Einheimischen gerne besucht (das ist ja immer ein gutes Zeichen). Mit vollen Bäuchen und nach gemütlichen Stunden ging es dann zurück aufs Zimmer.

Tag 7 (Venetien):

Am nächsten Morgen war der Tisch auf der Terrasse schon für unser Frühstück gedeckt – frische Kirschen und Erdbeeren, Joghurt, Gebäck und Kaffee. Der Himmel war strahlend blau und hat uns den Abschied von dieser schönen Region und der Landschaft noch schwerer gemacht.

Arrivederci La Spezia – ciao Verona.

Über Parma ging es dann weiter nach Verona und unserer vorletzten Unterkunft. Wieder einem netten, kleinen B&B mitten im Zentrum https://www.al19.it/ und einer Tiefgarage! Die Gastgeberin empfing uns sehr freundlich und das Zimmer war schön geräumig. Am späten Nachmittag gingen wir dann los und erkundeten die Stadt. Leider wurde an diesem Tag keine Oper aufgeführt, die Arena di Verona besuchten wir aber trotzdem – beeindruckend! Weiter ging es dann in der Abendsonne am Fluss Etsch entlang bis zur Ponte Pietra – den Blick genießen, die Wärme, die tolle Stimmung. Langsam kam der Hunger und wir machten uns auf zum Restaurant-Tipp unserer Gastgeberin http://www.ristorantegreppia.it/ Das Restaurant liegt etwas abseits vom Touristen-Trubel und ist somit (trotz einem Tisch draußen) angenehm ruhig. Antipasti mit frischer Melone, Schinken und Käse gefolgt von hausgemachten Ravioli mit Kürbisfüllung – ein Traum. Und was muss in einem Italien-Urlaub unbedingt auch noch probiert werden? Na klar – Tiramisu! Wenn ich daran denke, läuft mir jetzt schon wieder das Wasser im Mund zusammen.

Auf unserem Rückweg zum B&B kamen wir nochmal an der nun beleuchteten Arena vorbei – wir genossen bei einem „Absacker“ den Anblick des Bauwerks und die Abendstimmung auf dem Platz.

#ichmöchtezurück

#soschön

Tag 8:

Verona hat uns beiden wirklich wahnsinnig gut gefallen und gerne wären wir noch etwas länger geblieben. Aber wir kommen sicher wieder zurück und dann mit Oper!

Unser letzter Stop hieß dann Südtirol – genauer gesagt Feldthurns. Hier hatten wir für 3 Nächte eine schöne Ferienwohnung namens „Zirbe“ auf einem Hof gemietet https://bruggerhof.net/

Hier war der Name Programm. Bei der Ankunft strömte uns schon der Zirbenduft des Holzes entgegen und wir fühlten uns sofort wohl. Die Wohnung war top ausgestattet, sodass wir uns für den Abend selbst etwas zu Essen machten und den Begrüßungs-Wein des Hofes dazu probierten. Angekommen in Südtirol!

Tag 9:

Das Frühstück stellten wir uns selbst zusammen und starteten dann schon relativ früh in Richtung Villnöß. Gegen Mittag wurde Regen vorhergesagt, deshalb wollten wir bis dahin auf jeden Fall noch etwas wandern und auf einer Alm Mittag essen. Wir hatten uns die Gampen-Alm ausgesucht http://www.gampenalm.com/ . Der Weg hinauf vom Parkplatz dauerte eine gute Stunde und der Anblick der Geislerspitzen war unbeschreiblich. Die Gerichte auf der Alm (Knödel und Suppe) waren super und die Alm kann ich nur jedem bei einer Wanderung in dieser Gegend empfehlen!

Da es tatsächlich schon dunkel aufzog, machten wir uns wieder auf den Weg nach unten und gönnten uns am Nachmittag noch ein Day Spa in einem nahegelegenen Hotel. Bisschen Wellness, schwimmen & Sauna – schlechtes Wetter hat auch etwas Gutes.

Den Abend machten wir es uns wieder in der Ferienwohnung bequem und machten Brotzeit mit – na was wohl? – einem Gläschen Rotwein.

Tag 10:

Auch dieser Tag schien wetterseitig nicht so optimal zu werden, deshalb gingen wir auch wieder relativ zeitnah los. Dieses Mal auf die andere Seite – nach Villanders, besser gesagt auf die Villanderer Alm. Schöne Spazierwege durch Zirbenwälder und ein toller Blick auf die Südtiroler Bergwelten. Wir machten in einem nicht weit entfernten Gasthof Mittagspause mit hausgemachten südtiroler Schlutzkrapfen (da könnt ich mich rein legen!), bis es dann zu regnen begann. Das machte aber nichts, denn so verlängerten wir die Pause einfach noch mit einem Kaffee und einem Stück Kuchen 😉 Wie ich schon gesagt habe, schlechtes Wetter hat nicht immer nur negative Seiten.

An unserem letzten Urlaubstag wollten wir abends nochmal schön Essen gehen und fuhren nach Klausen – ein malerisches Städtchen mit bunten Häuserfassaden. In einem urigen Lokal gab es Sommersalate mit südtiroler Spezialitäten und einem selbst gebrauten Südtiroler-Bier, eines davon mit Basilikum-Geschmack. Von dem haben wir uns sogar noch eins als Mitbringsel mit nach Hause genommen.

Die 10 Tage „Italien-Roadtrip“ waren nun auch schon vorbei und am nächsten Tag ging es dann auch (leider) wieder nach Hause. Es waren so viele schöne Eindrücke und wir haben so viel erlebt.

Ciao Pasta, ciao Pizza, ciao Italia, ciao wunderschöne Landschaft … aber amore bleibt.

Von

Sabrina Stephanie

Liebt: Essen & Reisen

Liebt nicht: Spinnen

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