Krikeriki

Ein Interview mit Kristina Hagl

Viele träumen davon, freie/r Künstler/in oder Illustrator/in zu werden. Ich habe das Glück, eine persönlich zu kennen. Kristina Hagl arbeitet seit 2017 als freiberufliche Illustratorin und Kommunikationsdesignerin und ist eine der coolsten Personen, die ich kenne. Und damit ihr sie auch kennen lernt und einen Eindruck von ihrer Arbeit bekommt, habe ich hier ein schönes kleines Interview mit ihr für euch.

 

 

Was magst du besonders an deiner Arbeit?

Dass ich zeichnen kann! Dass ich das tun kann, was mir am meisten Spaß macht.

Und da ich es freiberuflich tue, kann ich von zuhause aus arbeiten und mir meine Zeit frei einteilen. Das ist sehr praktisch, weil ich einen kleinen Sohn habe.

 

Was zeichnest du am liebsten?

Menschen, Körper und Körperteile. *lacht*

Das hat sich im Studium schon abgezeichnet. Zu dieser Zeit war ich oft in Aktzeichnen-Kursen und habe viel porträtiert. Am interessantesten fand ich, die Charakterzüge der einzelnen Personen herauszufischen und die wichtigsten Merkmale auszuarbeiten, die ein Gesicht besonders machen. Das ist für mich auch heute noch am spannendsten.

 

Und was zählt nicht zu deinen Favoriten?

Tiere. *lacht*

Ziegen gehen eigentlich, aber Hunde zu zeichnen zum Beispiel, mag ich gar nicht.

 

Mit welchen Werkzeugen arbeitest du denn gerne?

Meistens fange ich mit Bleistift an. Ich mache eine Skizze auf Papier oder Karton. Dann wechsle ich zu knalligen Farben mit Pastellkreiden oder Molotow-Markern. Falls ich Illustrationen nachbearbeite, passiert das in Photoshop.

 

 

Dein Stil ist sehr speziell und hat einen hohen Wiedererkennungswert. Wie hat sich dieser denn entwickelt?

Das ist eigentlich ganz interessant, denn am Anfang habe ich nur Tusche- oder Linienzeichnungen gemacht. Mit ganz wenig Farbe. Das lag glaube ich daran, dass ich Aquarellfarben hatte, die ziemlich grottig waren. *lacht*

Deshalb konnte ich mich eine Zeit lang nicht so für Farbe begeistern. Irgendwann habe ich dann Pastellkreiden entdeckt und die vielen tollen Farben. Auf einmal fand ich es viel interessanter, die perfekte Farbkombination zu finden. Und ich mag es auch Schatten in einer knalligen Farbe darzustellen. Also nicht unbedingt schwarz oder braun, wie es ja oft der Fall ist, sondern auch mal eine kalte Farbe. Daran habe ich unglaublich viel Spaß.

 

 

Du hast ja schon einige Bücher geschrieben und illustriert, welches davon hat dir am meisten Spaß gemacht?

Während dem Studium habe ich an einem Projekt am Augsburger Theater gearbeitet. Wir durften Balletttänzern beim Training und bei den Proben zusehen. Die Aufgabe war, sich einen Tänzer oder eine Tänzerin auszusuchen und seine Geschichte illustrativ darzustellen. Ich zeichnete eine japanische Tänzerin, die mir ihre Geschichte erzählt hat. Daraus hab ich dann ein Bilderbuch gemacht. Mit meinen grottigen Aquarellfarben damals *lacht*, aber es ist trotzdem mein Lieblings-Buchprojekt bisher.

 

Ist für 2019 denn schon etwas neues in Planung?

Ja, ich wollte in diesem Jahr mehr in Richtung Magazin- und Zeitungsillustration gehen. Da habe ich auch schon einige positive Rückmeldungen bekommen.

 

Hast du denn für das neue Jahr Vorsätze gefasst (auch wenn es ja jetzt schon eine Weile läuft)?

Ne. Da muss ich mir wohl noch etwas überlegen. *lacht*

Vorsätze sind ja nie schlecht, aber meistens mache ich die so unter dem Jahr. Einfach spontan, wenn mir danach ist.

 

Was würdest du zukünftigen Illustratoren und allen, die es werden wollen, raten?

Das Wichtigste ist, dass man dran bleibt. Es gibt immer viele Nein-Sager, die dir einreden, dass man damit kein Geld verdienen kann oder dass es schon viel zu viele Illustratoren gibt. Oder dass sie nicht gebraucht werden. Diejenigen, die das sagen, sind meistens Idioten, die keine Ahnung haben. Davon sollte man sich nicht irritieren lassen. Man braucht einfach Geduld und darf nicht aufgeben – so wie bei jedem anderen Traumberuf auch.

Christina Angele

Christina Angele

Liebt: Schokolade, nerdige Filme und Kaninchen

Liebt nicht: Fisch und Heuschnupfen

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