Warum kann’s nicht perfekt sein?

Warum kann‘s nicht perfekt sein, so wie in einem Liebeslied?“, sangen schon „Die Ärzte“. Sicher habt ihr euch das auch schon oft gefragt.

Wir Frauen neigen dazu, viele Dinge in unserer Phantasie rosarot zu malen, besonders in der Liebe. Wir wollen Schmetterlinge im Bauch beim ersten Kuss. Sex in einem Kerzenmeer. Wir wollen, dass er uns vermisst, wenn wir nicht da sind. Eine Guten-Morgen-Nachricht voll mit Herzchen und Küsschen. Doch am größten ist immer noch der Wunsch, bei ihm zu sein.

Wir denken positiv!

Tja, so einfach ist das leider nicht mit der perfekten Beziehung. Sie wird systematisch boykottiert. Und zwar vom Beziehungsfeind Nummer eins, der Realität. Im echten Leben gibt es keinen Prinzen. Das passende Ross existiert ebenso wenig. Im echten Leben gibt es stattdessen nur zwei Individuen, die versuchen, das Beste aus der Situation zu machen.

Man flüchtet sich in Pragmatismus, wenn es an der Arbeit oder in der Uni mal wieder etwas länger dauert als geplant. Stellt man das Überraschungsessen eben zum Warmhalten in den Ofen. Kommt der / die Liebste dann gestresst und müde nach Hause, signalisiert man Verständnis, wenn er / sie Zeit für sich haben oder einfach nur noch ins Bett fallen will. Man kennt das. Wir sagen uns „Immerhin hat er dran gedacht!“, wenn wir anstelle der erhofften Massage zum Jahrestag ein Küsschen bekommen. Gleiches Spiel zu Weihnachten, wenn wir uns eigentlich nur Zeit zu zweit wünschen und doch wieder das praktische und nett gemeinte Paar Socken bekommen.

Glück für zwei oder doch nur für einen?

Da stellt sich die Frage: Sind wir glücklich oder wenigstens zufrieden damit? Nun werdet ihr aufspringen und rufen „Natürlich bin ich zufrieden mit meinem Leben! Ich bin schließlich mit dem Menschen zusammen, den ich liebe! Da muss nicht alles perfekt sein!“ Selbstverständlich muss nicht alles perfekt sein. Aber es sollte soweit „perfekt“ sein, dass ihr beide glücklich seid.

Oft sind wir über lange Zeit in einer Beziehung ohne zu hinterfragen, ob wir glücklich sind. Es muss ja so sein. Schließlich beschwert sich euer Partner / eure Partnerin nicht. Das heißt, dass euer Liebster / eure Liebste zufrieden ist und wenn er / sie es ist, seid ihr es auch. Wirklich? Seid ihr glücklich, nur weil eure bessere Hälfte glücklich zu sein scheint (was ihr ja auch nicht sicher wissen könnt, wenn man nicht darüber redet!)? Liebt man jemanden, ist es völlig normal, zu wollen, dass der-/diejenige glücklich ist. Doch sollte man sich immer wieder selbst auf die Schulter tippen und fragen: „Bin ich so wie es ist glücklich?“ Wenn nicht, ändert etwas! Und versucht nicht, mit Umständen leben zu wollen, die euch nicht glücklich machen. Das wird auf Dauer nicht gut gehen.

 

Reden, reden, reden… oder handeln.

Solltet ihr euch beim Lesen dieses Artikels nun die Frage nach eurem eigenen Glück gestellt haben und die Antwort lautet „Nein, ich bin nicht glücklich.“, stellt euch eine weitere Frage: „Bin ich wegen Dingen unglücklich, die sich ändern lassen?“ Lautet die Antwort „Ja“, ändert etwas! Und zwar gemeinsam. Lautet die Antwort „Nein“, zieht Konsequenzen. Solltet ihr euch nicht sicher sein, ob die Dinge, wegen denen ihr unzufrieden oder gar unglücklich seid, sich ändern lassen, sucht euch Hilfe von außen. Ganz egal auf welche Weise und wie lange es dauert: Jeder hat die Chance, sein perfektes (Beziehungs-)Glück zu finden.

Von

Haily

Liebt: Rockmusik, gutes Essen und den Sommer

Liebt nicht: falsche Freunde, Vogelspinnen und Machos mit Prollkarren

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